Was ist Lux überhaupt?
Lux (lx) ist die SI-Einheit der Beleuchtungsstärke. Sie misst, wie viel Lichtstrom auf eine bestimmte Fläche fällt. Konkret: 1 Lux entspricht 1 Lumen pro Quadratmeter. Für die Lichttherapie ist Lux die entscheidende Größe, weil sie beschreibt, wie viel Licht tatsächlich auf die Netzhaut des Auges trifft – und damit auf die lichtempfindlichen Ganglienzellen wirkt, die den zirkadianen Rhythmus steuern.
Lichtintensitäten im Alltag – Vergleich
Warum genau 10.000 Lux?
Der Wert 10.000 Lux ist kein physikalisches Optimum – er ist ein klinisch etablierter Standard. Die Lichttherapieforschung hat gezeigt, dass bei dieser Intensität eine therapeutische Wirkung bei saisonaler affektiver Störung (SAD) in einer praktikablen Anwendungsdauer von 20–30 Minuten täglich erzielt wird.
Bei niedrigerer Intensität wäre mehr Zeit nötig:
| Intensität | Empfohlene Dauer | Praktikabilität |
|---|---|---|
| 10.000 Lux | 20–30 Minuten | Sehr gut |
| 5.000 Lux | 45–60 Minuten | Mittel |
| 2.500 Lux | 1–2 Stunden | Aufwändig |
| 1.000 Lux | 3–4 Stunden | Kaum umsetzbar |
Lux und Abstand: Das Quadratgesetz
Lichtintensität nimmt mit dem Abstand nach dem inversen Quadratgesetz ab. Das bedeutet: Wenn du den Abstand zur Lampe verdoppelst, sinkt die Intensität auf ein Viertel. Das hat wichtige Konsequenzen für die Lichttherapie:
| Abstand | Intensität (bei 10.000-Lux-Lampe) |
|---|---|
| 20–30 cm | 10.000 Lux (optimal) |
| 40 cm | ca. 5.000–6.000 Lux |
| 60 cm | ca. 2.500 Lux |
| 100 cm | ca. 900–1.000 Lux |
Viele Nutzer stellen die Lampe zu weit entfernt auf und wundern sich, dass die Wirkung ausbleibt. Bei 60 cm Abstand hat die „10.000-Lux-Lampe" nur noch ein Viertel der wirksamen Intensität.
Praxistipp: Stelle die Lampe etwa eine Armlänge entfernt auf (20–30 cm) und leicht von der Seite oder leicht von oben, sodass das Licht im Blickfeld, aber nicht im direkten Fokus steht.
Was ist Kelvin – und was hat das mit Lux zu tun?
Lux und Kelvin sind zwei verschiedene Größen, die beide für Tageslichtlampen relevant sind:
- Lux (lx) misst die Intensität des Lichts – wie hell es ist. Entscheidend für die therapeutische Wirkung.
- Kelvin (K) beschreibt die Farbtemperatur – wie warm oder kalt das Licht wirkt. Kein Maß für Helligkeit.
| Kelvin-Wert | Lichtfarbe | Eignung für Lichttherapie |
|---|---|---|
| 2.700–3.000 K | Warmweiß (wie Glühbirne) | Nicht geeignet |
| 3.500–4.000 K | Neutralweiß | Bedingt geeignet |
| 5.000–6.500 K | Tageslichtweiß | Optimal |
Für die Lichttherapie ist Tageslichtweiß (5.000–6.500 K) ideal, weil dieses Spektrum dem natürlichen Morgenlicht am ähnlichsten ist und am stärksten auf die ipRGC-Zellen im Auge wirkt, die den zirkadianen Rhythmus steuern.
Was ist der Unterschied zwischen Lux und Lumen?
Lumen (lm) misst den gesamten Lichtstrom einer Quelle – also wie viel Licht eine Lampe insgesamt in alle Richtungen abstrahlt. Lux misst dagegen, wie viel davon tatsächlich auf einer Fläche ankommt.
Für Lichttherapie ist Lux die relevante Größe: Eine Lampe mit sehr hohem Lumenwert, aber breitem Streuwinkel kann weniger Lux auf deinen Augen erzeugen als eine konzentriertere Lampe mit weniger Lumen. Deshalb solltest du bei Tageslichtlampen immer auf den Lux-Wert achten, nicht auf Lumen.